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Geografische Lage


Brosinadel (Foto: Frank Richter, Bad Schandau; Quelle: Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V.)

Die Euroregion Elbe/Labe bezeichnet ein Gebiet im deutsch-tschechischen Grenzraum, das sich im Südosten der Bundesrepublik Deutschland (Freistaat Sachsen, Landesdirektion Dresden) und im Norden der Tschechischen Republik (Teile des Bezirks Ústí nad Labem) befindet. Sie grenzt im Westen an die Euroregion Erzgebirge und im Osten an die Euroregion Neiße. Konkret umfasst die Euroregion Elbe/Labe auf tschechischer Seite die Städte und Gemeinden der Landkreise Litomeřice, Ústí nad Labem, Teplice sowie De?ín (teilweise) und auf der sächsischen Seite den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und die Landeshauptstadt Dresden.

Karte (Bundesamt für Kartographie und Geodäsie - www.bkg.bund.de)

Insgesamt weist die Region eine Fläche von 4796 km² auf, davon gehören 2.814 km² zum tschechischen sowie 1982 km² zum deutschen Staatsgebiet an. Dagegen weist der deutsche Teil der Euroregion mit 385,75 Einwohner/km² eine höhere Bevölkerungsdichte auf als der tschechische mit 178,39 Einwohner/km² auf. Insgesamt beträgt die Bevölkerungsdichte 264,08 Einwohner/km². Im Gesamtgebiet der Euroregion Elbe/Labe leben etwa 1,27 Millionen Menschen.

Die größten Ballungsräume in der Region stellen mit 504.795 Einwohnern Dresden, die Landeshauptstadt Sachsens, gefolgt von Ústí nad Labem und

 
Polenztal (Foto: Frank Richter, Bad Schandau; Quelle: Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V.)

Dě?ín auf tschechischer Seite dar.

Die Region gliedert sich in 4 Naturraumeinheiten, die tschechische Seite hat im Süden Anteil an der „Böhmischen Tafel“. Zum Nordteil der deutschen Seite zählen Teile des „Sächsischen Hügellandes“. Beiderseits der Grenze sind die beiden Naturraumeinheiten des „Sächsischen Mittelgebirgslandes“ (Krkonoše-Jeseník-Gebirge/ Sudetensystem und Erzgebirgssystem) vorzufinden, wozu unter anderem das Elbsandsteingebirge, das Osterzgebirge, das Oberlausitzer Bergland und das Zittauer Gebirge gezählt werden.

Durch die Region fließt die Elbe, welche auf tschechischer Seite den Namen Labe trägt. Von ihr leitet sich auch der   Name der Euroregion Elbe/Labe ab. Weitere bedeutende Fließgewässer stellen unter anderem Weißeritz und Müglitz auf deutscher und Ohře, Bílina und Plou?nice auf tschechischer Seite dar.

Mehr als die Hälfte der Euroregion Elbe/Labe steht unter Naturschutz. Davon besitzen insgesamt 17.250 ha in der Euroregion Elbe/Labe Nationalparkstatus und gehören zum Nationalpark Sächsisch - Böhmische Schweiz.

Nimmt man die Europäische Union als Bezugsrahmen, so rückte die Euroregion Elbe/Labe mit dem EU-Beitritt der Tschechischen Republik
am 01.05.2004 ins Zentrum der Union.


Basteiaussicht mit Morgennebel (Foto: Frank Richter, Bad Schandau; Quelle: Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V.)

Geschichte

 
Elbe bei Pirna

Sachsen und Böhmen sind durch eine jahrhundertelange gemeinsame Geschichte geprägt, die Bevölkerung beider  Regionen beeinflusste sich durch

 
Schloss Dě?ín

gemeinsames Zusammenleben gegenseitig. Dabei ist der Fluss Elbe seit jeher die natürliche Verbindungslinie zwischen Sachsen und Böhmen. Das Elbtal und das Nordböhmische Becken sind die historischen Siedlungsachsen bzw. -räume der Region. Die schwer zu bewirtschaftenden Regionen des Erzgebirges waren von Anfang an deutlich spärlicher besiedelt, die ersten Ansiedlungen im Mittelgebirgsraum erfolgten durch die Zuwanderung fränkischer und thüringischer Bauern. Auf der Suche nach ersten Kontakten, bewiesen archäologische Funde bereits seit dem Neolithikum (Jungsteinzeit) Begegnungen zwischen dem heutigen Sachsen und Böhmen.

Um 924/935    Gründung des 1. selbstständigen tschechischen Feudalstaates unter Vaclav I.
929 Gründung der Burg Meißen, spätere Entwicklung der „Mark Meißen“
1168 1. Silbererzfunde bei Freiberg - Beginn des Silberbergbaus
13. Jh. Blüte des Königreiches Böhmen
um 1500 Sachsen wird einer der führenden deutschen Staaten
16. Jhd. Adelsfamilien ziehen vermehrt von Sachsen nach Böhmen, Höhepunkt der guten wirtschaftlichen und kulturellen Kontakte zwischen Sachsen und Böhmen
1851 Bau der Eisenbahnstrecke Dresden – Pirna – Schöna – Dě?ín und Aufschwung der Dampfschifffahrt der Elbe
1860/61 vermehrter Zuzug tschechischer Bevölkerung nach Sachsen aufgrund Arbeitskräftebedarfs im Bergbau
1918 Gründung der Tschechoslowakischen Republik
1939 Münchener Abkommen, Abtritt der überwiegend von Deutschen besiedelten Gebiete an Deutschland
2. Weltkrieg Besetzung der restlichen Gebiete Böhmens und Mährens, Entstehung „Reichsprotektorates Böhmen und Mähren“
Ende 2. WK Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus tschechischem Gebiet und Neubesiedlung der ehemals von deutschen besiedelten Gebiete durch Tschechen
Nach 2. WK Eigenständige Entwicklung der deutschen und tschechischen Gebiete
1949 –1990 „verordnete Freundschaft“ zwischen DDR und ČSSR
ab 1972 Verabschiedung eines großzügigen Grenzreglements zwischen DDR und ČSSR, Bedeutung des grenzüberschreitenden Reiseverkehrs nimmt zu
1990 Wiedervereinigung Deutschlands; Entstehung der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik (ČSFR)
1992/1993 Auflösung der ČSFR und Entstehung der Tschechischen und der Slowakischen Republik, Beschluss der EU-Osterweiterung
Mai 2004 Beitritt der Tschechischen Republik in die EU
Dez. 2007 Beitritt der Tschechischen Republik in den Schengenraum
01. Aug. 2008 Inkrafttreten der sächsischen Verwaltungs- und Funktionalreform
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